Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch zu Besuch in Bronkow
Wasser, Planungssicherheit und Zukunftsperspektiven – die Landwirtschaft braucht Lösungen, keine neuen Hürden.
Im Rahmen der Sitzung des erweiterten Vorstandes des Bauernverbandes Südbrandenburg fand ein konstruktiver Austausch mit Staatssekretär Dr. Stephan Nikisch und Abteilungsleiterin Irene Kirchner statt. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft sowie die notwendigen politischen Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Entwicklung des ländlichen Raums.
Vor dem Hintergrund der geplanten Novellierung des Brandenburgischen Wassergesetzes wurde intensiv darüber beraten, wie Wasser künftig auch in Dürreperioden besser in der Landschaft gehalten und gleichzeitig auf Starkregenereignisse flexibler reagiert werden kann. Dabei wurden die besonderen Anforderungen und Möglichkeiten der Region Südbrandenburg in den Fokus gerückt. Auch die Frage der Nutzungsgebühren wurde intensiv diskutiert. Für den Bauernverband steht dabei fest: Eine reine Umlage der entstehenden Kosten auf die landwirtschaftlichen Betriebe kann nicht der Lösungsweg sein. Stattdessen müssen andere Modelle und Lösungsansätze geprüft werden, die eine faire und langfristig tragfähige Finanzierung ermöglichen, ohne die Landwirtschaft mit zusätzlichen Belastungen zu konfrontieren. Hierzu sollen die Gespräche mit den zuständigen Stellen fortgeführt werden.
Darüber hinaus wurden weitere zentrale Themen erörtert. Dazu zählten die Kosten der Tierkörperbeseitigung, ein größerer Handlungsspielraum für Landwirtschaftsämter und landwirtschaftliche Betriebe im Rahmen der Agrarantragstellung, die dringend notwendige Investitionsförderung sowie die Rahmenbedingungen für den tierschutzgerechten Weideschuss. Gerade beim Weideschuss braucht es praxistaugliche Regelungen, damit Betriebe diese besonders tierschonende Form der Schlachtung unter Einhaltung aller tierschutz- und lebensmittelrechtlichen Vorgaben rechtssicher umsetzen können.
Auch das Düngerecht war Gegenstand des Austauschs. Zwar wurden die sogenannten „Roten Gebiete“ in Brandenburg aufgehoben, dennoch bestehen hinsichtlich der zukünftigen Ausgestaltung und der damit verbundenen Planungssicherheit für die landwirtschaftlichen Betriebe weiterhin erhebliche Unsicherheiten.
Ein besonderer Dank gilt dem Gastgeberbetrieb, der Landboden Bronkow Agrar GmbH, für die offenen Einblicke in die tägliche Praxis. Betriebsleiter Stefan Grundey machte eindrucksvoll deutlich, welchen wirtschaftlichen, bürokratischen und klimatischen Herausforderungen sich landwirtschaftliche Betriebe stellen müssen.
Im Anschluss stellte Stefan Grundey das neue Konzept des SmartStores vor. Ein modernes Einkaufssystem, das Verbraucherinnen und Verbrauchern den Zugang zu regionalen Lebensmitteln unabhängig von Öffnungszeiten ermöglicht. Mit dem SmartStore können regionale Produkte an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr eingekauft werden. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kundinnen und Kunden, die außerhalb der klassischen Öffnungszeiten von Hofläden oder Wochenmärkten einkaufen möchten, und stärkt gleichzeitig die regionale Wertschöpfung.
In Bronkow wird Regionalität konsequent gelebt. Nach dem Prinzip „5 mal B - in Bronkow geboren, aufgezogen, gemästet, geschlachtet, verarbeitet" verbleiben die Wertschöpfung und die Wege in der Region. Dieses Konzept stärkt nicht nur die heimische Landwirtschaft, sondern schafft auch Transparenz und Vertrauen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Besonders überzeugend ist das durchdachte System des SmartStores. Der Zugang erfolgt unkompliziert per EC- beziehungsweise Girokarte oder über eine App. Damit verbindet das Konzept digitale Innovation mit einem einfachen und sicheren Einkaufserlebnis und eröffnet neue Möglichkeiten für die Direktvermarktung regional erzeugter Lebensmittel.
Der SmartStore zeigt beispielhaft, wie Digitalisierung und regionale Vermarktung erfolgreich miteinander verbunden werden können. Innovative Projekte wie dieses leisten einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums und zeigen, dass moderne Technologien und regionale Landwirtschaft sich sinnvoll ergänzen.
Der Bauernverband Südbrandenburg bewertet den offenen und sachlichen Austausch als wichtiges Signal. Die Gespräche haben deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen steht, die nur gemeinsam mit Politik und Verwaltung bewältigt werden können. Wenn auch künftig regionale, hochwertige und bezahlbare Lebensmittel aus Brandenburg erzeugt werden sollen, braucht die Landwirtschaft verlässliche politische Rahmenbedingungen, Investitionen und einen kontinuierlichen Dialog auf Augenhöhe.
Bild zur Meldung: Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch zu Besuch in Bronkow










