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Wetterjahr 2018 geht in die Geschichte ein

07.01.2019

Das zurückliegende Jahr wird mit seiner extremen Trockenheit, sechs Monate anhaltenden Sommer, schweren Sturm im Januar in die Wettergeschichte eingehen. Fast durchgängig gab es sich gegenseitig blockierende Wetterlagen und im Rhythmus der Monate Rekorde.

 

Auch der letzte, der Dezember 2018 sorgte für außergewöhnliche Überraschungen. Mit 88 mm Regen, Norm 48 mm, war es in Lindenau und an allen weiteren 16 Messstellen in der Region der Niederschlagsreichste. Diese Wässerung nach der lang anhaltenden Trockenheit über das ganze Jahr war ein später Segen für die Natur.

 

Allerdings trübte der ständig Wolken verhangene dunkle Himmel die Weihnachtsstimmung. Die Sonne schien mit nur 14 Stunden ein Drittel der ohnehin geringen Norm, ein schon lange nicht erreichter Negativrekord. An 16 Tagen zeigte sich Klärchen im Dezember überhaupt nicht und an weiteren 10 Tagen nur wenige Minuten.

 

„Wenn dunkel der Dezember war, dann rechne auf ein gutes Jahr,“ ein hoffnungsvoller Start aus dieser Sicht , 2019.

 

Im Gegensatz zum Dezember erreichte mit 2037 Stunden Sonnenschein das gesamte Jahr 2018 einen noch nie erreichten Rekordwert, das sind 407 Stunden über der Norm. Die Wetterregel: „Steigt der Hundsstern 23.7. mit Gluthitze auf, endet er am 23.8. mit Sonnenfeuer,“ beschreibt das Geschehen im Sommer 2018 sehr treffend. Dauersonnenschein und ausbleibende Niederschläge führten zur Notreife des Getreides, ausgedörrten Grünlandflächen, niedrigen Pegelständen in den Gewässern, hoher Waldbrandgefahr und anderen extremen Auswirkungen.

 

Rasenmäher hatten im zurückliegenden Sommer weitgehend Pause, dafür waren bei den Kleingärtnern die Gießkannen im Dauereinsatz. Hier gab es bei fast allen Obstarten, sowie bei Tomaten und Gurken mit Zusatzwasser eine gute Ernte.

 

Die sonst gefürchtete Plage von Mücken und Schnecken fiel wegen dieser Dürre weitgehend aus. Speisekarpfen und andere Fische kämpften bei Wassertemperaturen um die 28 Grad ums Überleben.

 

In zurückliegenden Jahrhunderten hätte so ein Dürrejahr, wie 2018, zu großer Hungersnot geführt. Nur gut, dass wir in der Gegenwart hier in Deutschland davon verschont bleiben.

 

Niederschläge für das gesamte Jahr 2018:

 

Dieter Georgie, Lauchhammer 478 mm

Roland Nicklisch, Tettau 475 mm

Siegfrid Klaus Ortrand 473 mm

Alexander Haußmann, Hörlitz 468 mm

H.J. Emmerich Buchwalde 458 mm

Klaus Hirsch Großkoschen 457 mm

Klaus Kreter Ortrand 455 mm

Erika Stelzer Kroppen 455 mm

Rudolf Kupfer Lindenau 440 mm

Günter Kobel Ortrand 431 mm

Ingo Nowak Schipkau 425 mm

Ronny Sommer Buchwalde 423 mm

Landratsamt Calau 416 mm

Michael Wenigk Klettwitz 401 mm

Günther Kockro Großräschen 401 mm

Jürgen Jentsch Bolschwitz 397 mm

Wolfgang Sawade Zinnitz 358 mm

 

An allen Messstellen wurde die Jahresnorm von 626 mm deutlich unterschritten. Es fehlt der Niederschlag von 3 bis 4 Monaten. Die Verteilung war ungünstig, das größte Fehl gab es in der Hauptvegetationszeit von Mai bis September 2018. Gewitter, als Wettermacher, blieben in der Lausitz weitgehend aus und brachten nicht den erwarteten Regen.

 

Umstritten auf der Jahrestagung der Senftenberger Hobbymeteorologen war die Frage, wiederholt sich dieses Dürrejahr in 2019 ? Erreichen wir gefürchtete Höchsttemperaturen hier von über 40 Grad ?

 

Bei allen über längere Zeiträume zu erwartenden Ausgleich nimmt aktuell die Erwärmung zu, so Jürgen Tremmel vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam. In deren Folge werden sich weitere Veränderungen in der Natur und Umwelt vollziehen. Aus seiner Sicht ist die Lausitz 2018 bei den Niederschlägen relativ gut weggekommen. In weiten Teilen Brandenburgs war das Defizit und die damit verbundenen Dürreschäden noch größer.

 

Den Blick voraus: „Dezember veränderlich und lind, der ganze Winter ein Kind“ bleibt abzuwarten,

 

Wetterdaten Jahr 2018 Station Michael Wesnigk in Klettwitz:

An 159 Tagen gab es Niederschlag, davon 87 mal unter einem mm, 5 Tage lag eine geschlossene Schneedecke mit der größten Höhe am 17.3.18 von 11 cm.

Höchsttemperatur am 31.7. 36,6 Grad

Tiefsttemperatur am 27.2. Minus 17,5 Grad

Tropentage zwei, (ganztägig über 20 Grad)

Hitzetage 34

Sommertage 60

Eistage 14 (ganzen Tag Frost)

Nachtfrost an 113 Tagen

Gewitter 9 über dem Ort, 25 in der Nähe

Sonnenstunden 2037, 125 Prozent der Norm.

 

Text und Bild: Rudolf Kupfer

 

 

Foto: Die Getreideernte war bereits am 19.7.2018, so früh wie noch nie in der Agrargenossenschaft Frauendorf abgeschlossen. Hier Drusch in der Flur Kroppen, im Vordergrund ein flüchtendes Hirschkalb.

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