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Katastrophensommer überstanden - Hitzewelle im August

03.09.2018

Mit so einem extrem heißen und trockenen Sommerfinale im August hatten selbst die Senftenberger Hobbymeteorologen nicht gerechnet. Es brachte auch sie in Erklärungsnot und sorgte für manche schlaflose Nacht. Am schlimmsten war das ständige Warten auf die ausbleibenden Niederschläge bei den ungewöhnlich lange anhaltenden hohen Temperaturen.

 

Zu den Rekorden, auf die wir gern verzichtet hätten, so Michael Wesnigk in Klettwitz gehört u.a., dass es vom 24.7.18 bis 4.8. 18 zwölf aufeinander folgende Hitzetage mit über 30 Grad gab und das noch seine weitere Zuspitzung in diesem Zeitraum mit zwei Tropentage (nachts nicht unter 20 Grad) fand.

 

Die seit Mai anhaltende Hitze und Trockenheit hat allerorts regelrechte Brandspuren in der Lausitz hinterlassen. Nur 90 mm waren im ganzen Sommer (Juni bis August) im Regenmesser bei einer Norm von 219 mm.

 

Hinzu kommt dabei noch die schlechte Verteilung der Niederschläge. So hatte Roland Nicklisch in Tettau am 18.8.18 immerhin nach einem Wolkenbruch 41 mm registriert.

Demgegenüber steht, das die gesamte ermittelte Monatsmenge von Ingo Nowak aus Schipkau nur 16 mm bei einer Monatsnorm von 69 mm betrug.

Am 18.8.18 fiel hier kein einziger Regentropfen.

 

In vielen Gesprächsrunden wurden diese gewaltigen Unterschiede von Ort zu Ort immer wieder ausgewertet und diskutiert. Das Interesse, selbst den Niederschlag zu messen, wurde damit bei vielen geweckt, um schneller über eigene Daten zu verfügen. Für Klaus Hirsch aus Großkoschen ist es ein Dilemma und mehr als besorgniserregend, dass die Schwarze Elster in diesem Sommer bis Senftenberg trocken gefallen ist. Was wäre die Region bei solcher Trockenheit nur ohne den Senftenberger See und die anderen Gewässer in den ehemaligen Tagebauen? Nur gut, dass Konzepte zu deren Nutzung mit Erfolg umgesetzt wurden und werden.

 

Das ständig ausreichend Trinkwasser bei diesen extremen Bedingungen vorhanden war, verdient höchste Anerkennung und ein dickes Lob für die Senftenberger WAL.

Bemerkenswert sind die Beobachtungen, dass Tiefwurzler die Trockenheit besser überstanden haben, als die anderen Pflanzen. Beispiele dafür sind u.a. die Luzerne, die mit ihren Wurzeln 12 m in die Tiefe geht, Sonnenblumen 3 m, Ölrettich 2 m, Ringelblumen und Buchweizen bis 80 cm und damit ihre Wasserversorgung in Dürrezeiten absichern.

 

Blühmischungen, die in diesem Jahr auf 300 ha in der Agrargenossenschaft Frauendorf als Gründüngung und Bienenweiden ausgebracht wurden, bestätigen diese Erkenntnis eindrucksvoll. Nur die Tiefwurzler sind gewachsen und wurden jetzt staatlicherseits für die Futternutzung freigegeben, informierte Geschäftsführer dieses Betriebes, Walter Beckmann.

 

Das mit dem Monatswechsel der Dauersonnenschein und Temperaturen über 30 Grad ein Ende gefunden haben bringt Mensch und Natur Erleichterung und Entspannung. Damit zieht wettermäßig wieder die gewohnte Normalität im Alltag ein, stellt Gabriele Haußmann in Hörlitz fest. Notwendigen Regen, der den extrem gefallenen Grundwasserstand wieder anhebt und das große Defizit in den offenen und fließenden Gewässern wieder ausgleicht, sehen die Wetterfrösche vorerst nicht.

 

Relative Einigkeit besteht aber in den Vorhersagen zum bevorstehenden Winter. Es wird dabei auf folgende Wetterregeln verwiesen: „Ist die erste Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß,“ „wenn es im August nicht regnet, ist der Winter mit Schnee gesegnet,“ „ziehen die Störche zeitig fort, ist der Winter bald vor Ort.“

 

Gegenwärtig blüht das Heidekraut zwar spärlich aber bis in die Spitzen, ein weiteres Zeichen für einen kalten Winter.

Zu hoffen ist, dass die bisherigen Wetterextreme des Jahres 2018 in einen versöhnenden, ausgeglichenen „Goldenen Herbst“ münden.

 

Daten von der Messstation Michael Wesnigk in Klettwitz zum Sommer 2018 (Juni bis August):

 

28 Hitzetage über 30 Grad ( langjähriger Durchnitt 7 in der Region)

37 Sommertage über 25 Grad

2 Tropentage, ganztägig nicht unter 20 Grad

90 mm Niederschlag – Norm 219 mm

Höchsttemperatur am 31.7.18 36,6 Grad

Tiefsttemperatur am 2.7.18 5,5 Grad

am Erdboden höchste Temperatur am 31.7.18 mit 48 Grad

Sonnenstunden 808 , 122 Prozent der Norm

Sandstürme am 8.8. und 23.8

Gewitter 1 über dem Ort und 14 in der Nähe, weit unter dem Duchschnitt

 

Rudolf Kupfer (Text und Bild)

 

Foto: Silomaisernte läuft auf Hochtouren, so zeitig wie nie. Die Maispflanzen sind auf den Stengeln vertrocknet, es ist kein Zuwachs mehr zu erwarten. Hier in der Flur Tettau.

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