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Genauer hingeschaut - Tierwohl im Großformat

09.07.2019

09.07.2019 - Wie Tierwohl auch im großen Maßstab funktionieren kann, demonstrierte die Agrargenossenschaft Goßmar während eines Besuches des Landtagsabgeordneten Benjamin Raschke (Bündis 90/Grüne). Bei einem Rundgang durch die moderne Betriebsanlage wurde deutlich, weshalb eine differenzierte Betrachtung von Landwirtschaftsunternehmen und ihrer Art zu wirtschaften dringend nötig ist.

 

Ein ganzes Dorf

„Diese Einladung ist ein Angebot, sich ein eigenes Bild von erfolgreicher konventioneller Tierhaltung in Brandenburg zu machen, die viele aufgrund ihrer Größe vermutlich als Massentierhaltung bezeichnen würden", erklärt Thomas Auert, Geschäftsführer der RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg und Initiator des Besuches das Ziel. Dass groß dabei nicht gleich groß ist, macht Anja Müller-König, Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft, gleich zur Begrüßung vor versammelter Mannschaft klar. Seit 8 Jahren leitet sie den über 4000 Hektar großen Betrieb, der 1100 Milchkühe, 200 Mutterkühe und 270 Schweine hält und Arbeitgeber für 68 Menschen in der Region ist. „Ich stehe heute nur stellvertretend für unsere 68 Mitarbeiter und ihre Familien, die hier verwurzelt sind und für die wir täglich Wertschöpfung betreiben. Das ist ein ganzes Dorf, für das wir Verantwortung tragen", so Müller-König.

 

Das Verhältnis zählt

„Diese Genossenschaft ist kein Kunstprodukt, sondern gewachsene Strukur. Wir haben flache Hierarchien, unsere 8 Azubis sind unser ganzer Stolz", erklärt die Chefin. 50% ihrer Mitarbeiter sind unter 40. „Unser Team ist jung und überdurchschnittlich gut ausgebildet. Lösungen für unsere Tiere nehmen wir nicht von der Stange, sondern entwickeln sie gemeinsam. Auf jeden Mitarbeiter kommen 73,5 Hektar Fläche und 16,1 Milchkühe - das ist weniger als in den meisten Familienbetrieben", rechnet sie vor. „Hier passt die Tierzahl zur Flächenausstattung", räumt Raschke ein. Auch die Zahl der Mitarbeiter stimme, das sei aber nicht überall in Brandenburg der Fall.  Bei der Frage, wie er Mehrfamilienbetriebe wie Goßmar von reinen Finanzinvestoren ohne regionalen Bezug künftig unterscheiden will, wenn es um die befürchtete Kappung der Agrarsubventionen für Großbetriebe geht, bleibt Raschke vage: „Auch wenn ich ein Befürworter der Kappung bin, müssen wir Möglichkeiten finden, bei großen Betrieben zu  unterscheiden." Evtl. müssten Auslegungspielräume genutzt und Arbeitsplätze angerechnet werden.

 

Eine Zukunft für Tiere

Mit besonderer Spannung erwartet wurde insbesondere Raschkes generelle Positionierung  zur Zukunft der Tierhaltung im Land. „Ist Nutztierhaltung in Brandenburg von den Grünen überhaupt gewollt?" bringt Müller-König ihre Bedenken auf den Punkt.  „Auch wenn ich selbst Vegetarier bin, erkenne ich dennoch an, dass die Tierhaltung für die Landwirtschaft in Brandenburg unabdingbar ist", so Raschke. Deshalb befürworte er auch die Entwicklung einer Nutztierstrategie unter Beteiligung der Verbände. Er bedauere allerdings, dass sich das Landwirtschaftsministerium dieser wichtigen Aufgabe bisher noch nicht gewidmet habe.

 

 

Foto: Benjamin Raschke in der Agrargenossenschaft Goßmar

Fotoserien zu der Meldung


Benjamin Raschke in der Agrargenossenschaft Goßmar (12.07.2019)

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