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Mit Paukenschlag Wetterstart ins zweite Halbjahr

04. 07. 2020

Lindenau - Mit einem Paukenschlag erfolgte der Start ins Wettergeschehen des zweiten Halbjahres 2020. Nach lang anhaltender extremer Sommertrockenheit in der Lausitz brachte ein Unwetter kurz vor Mitternacht am 1.7.2020 ein Wolkenbruch immerhin 20 mm Niederschlag, so die Messung von Ingo Nowak aus Schipkau. Während im Senftenberger und Großräschener Raum ähnliche Werte registriert wurden, waren es im Süden des Landkreises, vergleichsweise in Lindenau, nur magere 2 mm. Solche Unterschiede auf kleinstem Raum sorgen immer wieder für großes Erstaunen und Aufregung.

 

Der wechselhaft wertmäßige Start in den Juli lässt hoffen. „Wenn Juli fängt mit Regen an, wird man ihn noch lange

ham,“ eine Wetterregel um den Siebenschläfer (27.6. ), die eine hohe Treffsicherheit hat, ist sich Dr. Alexander Haußmann aus Hörlitz mit den meisten Senftenberger Wetterfröschen sicher.

 

Im Juni fehlten in der Region Gewitter, die als Wettermacher den notwendigen Regen bringen müssten. Die ausgebliebenen Niederschläge versetzen auch Landwirt Wolfgang Sawade in Zinnitz/Calau in Angst und Schrecken. Die von ihm registrierte Menge von 11 mm bei einer Norm von 69 mm im Juni ist mit Abstand der geringste Wert aller Messstellen der Region. Grünflächen vertrocknen zunehmend und werden braun, Pegelstände der Gewässer und des Grundwassers fallen ständig weiter. Die Pulsnitz bei Lindenau ist kurz vor dem Trockenfallen.

 

Auch wenn Landwirte und Kleingärtner mit hohem Einsatz Zusatzwasser bereitstellen, die Wirkung von natürlichem Regen kann das nicht ersetzen, so die Erfahrung von Gärtnermeister Dieter Georgie aus Lauchhammer. Gut zu beobachten an Maispflanzen, die nach Regenschauern eingerollte Blätter wieder regenerieren können.

 

Die anhaltende Trockenheit hat sogar den als sehr anspruchslos geltenden Schafschwingel Wachstumsprobleme bereitet. Die Erträge beim Mähdrusch dieses Grassamens Ende Juni lagen unter den Erwartungen und denen der Vorjahre, schätzt Günter Kockro aus Großräschen ein.

 

Gut haben sich bisher die Kartoffeln entwickelt. Die jetzt zu erntenden Frühkartoffeln bringen Rekorderträge. Krautfäule bei Kartoffeln und Grauschimmel bei Erdbeeren haben sich bei der Trockenheit nicht entwickelt und keinen Schaden angerichtet.

 

Eine selten erlebte Blütenfülle wurde bei Linden beobachtet. Der süßliche Duft und das Summen der Bienen ließen nicht nur die Herzen der Imker höher schlagen. Da es bisher noch keine länger anhaltende Hitzewelle gab und auch Anfang Juni die bekannte Schafskälte Einzug hielt, blühten die Linden sehr lange bis in den Juli hinein. Diese Baumart ist für die Lausitz ein Schatten spendender und Insekten freundlicher Segen, meint Klaus Kreter aus Ortrand. Im Füllhorn des Sommerblütenzaubers ragen in diesem Jahr besonders die Rosen heraus. Allerorts kann ihre Schönheit bewundert werden.

 

All diese Entwicklungen in der Natur hängen schicksalhaft vom Wettergeschehen ab. Normalerweise gehört der Juli in der Lausitz zu den wärmsten und niederschlagsreichsten Monaten im Jahr. Ob das in diesem Jahr in Erfüllung geht, ist erneut eine spannende Frage.

 

Messdaten der Wetterstation von Michael Wesnigk in Klettwitz für Juni 2020:

 

Niederschlag 33 mm, Norm 69 mm,

an 16 Tagen regnete es, davon 8 mal unter 1 mm,

3 Gewitter wurden registriert,

Höchsttemperatur am 13.6. 2020 32,6 Grad,

tiefste Nachttemperatur am 6.6. 3,5 Grad,

2 Hitzetage über 30 Grad,

14 Sommertage über 25 Grad,

192 Stunden schien die Sonne, 90 Prozent der Norm,

kein Sturm.

 

Text und Bildautor: Rudolf Kupfer

 

 

 

Foto: Frühkartoffeln bringen in diesem Jahr trotz Trockenheit im Lausitzer Sandboden gute Erträge und schmecken hervorragend, hier auf einer kleinen Parzelle in Lindenau

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Mit Paukenschlag Wetterstart ins zweite Halbjahr (04. 07. 2020)

Bildautor: Rudolf Kupfer

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